In einer Zeit, die mit Hektick, Stress und Egoismus geprägt ist, schafft „Faith“ Ruhe und Besonnenheit. Mal etwas schneller, mal etwas langsamer – mal etwas leiser, mal etwas lauter. Das 1981 erschienene Album geht tief unter die Haut – und bleibt auch da. Mit nur acht Songs erschaffen The Cure eine einzigartige Stimmung und laden dich in ihre Welt ein. Faith und das Vorgängeralbum Seventeen Seconds passen so gut zusammen, dass sie eigentlich in einem Atemzug ausgesprochen werden sollten. Das liegt aber nicht nur an den verarbeiteten Inhalten, sondern auch an der minimalistischen Untermalung der Songs.
Ferne Stimmen und Geräusche erinnern dich daran, dass eine andere Welt auf dich wartet. Eine andere, eine fröhlich-dunkle Cure Welt, in der du dich gut - besser aufgehoben fühlst, in der du glücklich sein kannst, in der es samtig schwarz ist und Tiefe nicht nur ein Längenmaß.
Etwas ist für immer zu Ende und die Vorstellung, dass wir uns aneinander festhalten in der Stunde der Trauer, ist so tröstlich wie dieses Lied.
So you wanna dance? Here we go! The Cure Sound, rauh und schnell. Robert rotzt seine Gereiztheit, seine stolze Enttäuschung über gestörte Kommunikation mit "ihr" raus.
Trommeln scheinen deinen Herzschlag zu imitieren, du fällst mit dem getragenen Synthesizer-Sound tief, immer tiefer, Robert singt so leise, als würde er dir aus einer dunklen Höhle etwas über die Nacht erzählen.
Irgendwo rumlaufen, in schweren schwarzen Stiefeln und zerrissenen Strumpfhosen und alles hinter dir lassen, was einengt.
Dieses Lied ist ein Versprechen, das du alles in dir trägst, was du brauchst. Auch wenn du verletzt, traurig oder wütend bist, dass du die oberflächlich bunte Gemeinschaft der Menschen nicht erträgst und du dich immer ausgeschlossen fühlst, trösten dich Bass und Melodie, tragen dich davon ins blaue Licht eines Cure Konzerts. Lost forever in a happy crowd.
Robert erzählt dir eine traurige Geschichte und du hörst gern zu, weil es dich wegbringt aus grauem Alltag.
Viele kennen diese Instrumentalversion nicht. Sie erschien weder auf CD noch auf Vinyl. Auf der Kassettenversion von Faith gibt es eine ganz bestimmte B-Seite. Die mit "Carnage Visors" bezeichnete Session läuft über 27 Minuten. The Cure spielen mit Bass, Gitarre und Drums - so wie auf der A-Seite - nur noch trauriger und düsterer.
Foto: Cover Faith